Ein Flachdach besteht aus mehreren Schichten, die perfekt zusammenspielen müssen. Jede einzelne Schicht hat eine wichtige Funktion. Wenn eine versagt, hat das Konsequenzen für das gesamte Dach.
Die 5 Schichten eines Flachdachs
1. Tragkonstruktion
Die Basis: Stahlbeton, Trapezblech oder Holz. Trägt alle Lasten – Eigengewicht, Schnee, Wartungspersonal, eventuell Photovoltaik.
2. Dampfsperre
Verhindert, dass Feuchtigkeit aus den Innenräumen in die Dämmung aufsteigt. Die am häufigsten vergessene Schicht – und eine der häufigsten Schadensursachen. Wenn die Dampfsperre fehlt oder beschädigt ist, durchfeuchtet die Dämmung von innen.
3. Wärmedämmung
Schützt vor Wärmeverlust im Winter und Überhitzung im Sommer. Standard heute: PUR/PIR mit einem U-Wert von 0,20 W/(m²·K) nach GEG-Anforderung. Oft als Gefälledämmung ausgeführt, um gleichzeitig das Entwässerungsgefälle herzustellen.
4. Abdichtung
Die wasserführende Schicht – das Herzstück des Flachdachs. Entweder Bitumen-Schweißbahnen (zweilagig) oder Flüssigkunststoff (nahtlos). Die Verarbeitung entscheidet über die Lebensdauer.
5. Oberflächenschutz
Schützt die Abdichtung vor UV-Strahlung, mechanischer Belastung und Witterung. Optionen: Bekiesung, Schiefersplitt (bei Bitumen-Oberlagenbahnen), Terrassenbelag oder Dachbegrünung.
Warmdach vs. Kaltdach vs. Umkehrdach
- Warmdach (Standard): Dämmung unter der Abdichtung. Einfach, bewährt, wirtschaftlich.
- Kaltdach: Belüfteter Hohlraum zwischen Dämmung und Abdichtung. Selten bei Flachdächern.
- Umkehrdach: Dämmung über der Abdichtung (XPS-Platten). Schützt die Abdichtung, aber aufwändiger.
In 95 % meiner Projekte baue ich Warmdächer – der bewährte Standard für Wohnhäuser und Gewerbe.