„Flachdach” heißt nicht „waagerecht”. Tatsächlich schreibt die DIN 18531 ein Mindestgefälle von 2 % vor – das sind 2 cm auf einen Meter. Und das hat gute Gründe.
Was passiert ohne Gefälle?
Stehendes Wasser auf dem Flachdach ist die häufigste Schadensursache, die ich in meinem Arbeitsalltag sehe. Was passiert:
- Wasser sucht jede Schwachstelle – jede noch so kleine Undichtigkeit in der Abdichtung wird zum Problem
- Zusätzliche Last – Wasser ist schwer (10 kg pro m² bei 1 cm Wasserstand). Das summiert sich
- Frostschäden – stehendes Wasser gefriert im Winter und sprengt die Abdichtung
- Algenwachstum – begünstigt Verschmutzung und weitere Schäden
Wie wird Gefälle hergestellt?
Gefälledämmung
Die eleganteste Lösung: Die Wärmedämmung wird mit keilförmigen Platten verlegt, die das Gefälle gleich mitliefern. Ein Arbeitsgang, zwei Funktionen.
Estrich / Ausgleichsschicht
Bei bestehenden Dächern kann ein Gefälleestrich aufgebracht werden. Aufwändiger, aber manchmal die einzige Option.
Gefällerinnen
Bei sehr großen Dachflächen werden die Entwässerungswege mit Rinnen und Kehlen geplant, die das Wasser zu den Dachgullys führen.
Mein Rat
Wenn Sie stehendes Wasser auf Ihrem Flachdach beobachten, handeln Sie. Pfützen, die nach 48 Stunden noch da sind, deuten auf ein Gefälleproblem hin. Lassen Sie es prüfen.